Wochenziel 4 (Donnerstag) 

Jeden Morgen im Bett weist mich mein Freund darauf hin, mich zu entkrampfen, also zu strecken und quasi gestreckt zu bleiben. Ich bin wohl im Schlaf so derbe in der Embryo-Stellung gefangen, dass mein kleiner Körper murmelmässich in sich zusammenkrampft. Das sieht er an meinen Fäusten und meinen Schultern. Und mein Kopf neigt zur Brust. Durch diese Fehlhaltung atme ich weder komplett ein noch aus. Ne Art Schnappatmung. Auf sowas würde ich niemals von alleine achten können. Ich sollte dankbar sein, sagt mein Verstand. Umso bescheuerter ist es meinerseits, mich in Gedanken zu flüchten wie „wenn ich mich in absolut allem ändern soll, dann bin ich wohl nicht die Richtige für ihn“ oder „muss ich mich denn ständig anpassen, er aber nicht?“. Gefühlt waren es RatSCHLÄGE, zwei Morgen hintereinander.

In der Klinik wurde mir gesagt, dass ich Ratschläge gut annehmen und umsetzen kann. Vom Ersteren merke ich in meiner Beziehung recht wenig. Ich interpretiere gleich alles als unfassbare Kritik an meiner Person. Dabei ändert sich meine Körperhaltung (ich weiche zurück), meine Stimmlage (wird gehässig und aggressiv) Und ich fühle mich als Opfer. Das is‘ derbe unsexy. Ich steh‘ momentan auf’m Schlauch, ist grad büschn zu viel alles und ich ziehe mich zurück. Auch wenn ich mich dabei echt unwohl fühle – ich sollte wohl erst checken, was ich wirklich will. Ob ich wirklich diejenige bin, die er sucht, zweifle ich sehr oft an. Dafür fühle ich mich einfach zu oft „falsch“ in seiner Gegenwart. Und so eine schlechte Menschenkenntnis kann ich doch nicht haben, dass ich nicht merke, wo liebgemeinte Ratschläge aufhören und permanente Kritik an dem, was ich nun mal gerade bin, anfängt. Oder etwa doch? Und is‘ das denn Sinn der Sache? Sich ständig „falsch“ zu fühlen und zu erleben? 

Höre auf dein Herz – sagen wir. Aber was ist, wenn selbst das Herz es nicht laut genug sagen kann? Soll ich dann gleich wegrennen, wie ich’s sonst immer getan hab? Hat er mir nicht genug gezeigt, wie er für uns kämpft? Und wage ich tatsächlich, ihn hier als den Teufel hinzustellen, obwohl er immer für mich da ist und ER trotz meiner derzeitigen Situation immernoch mit mir ist? Ich ahne Doofes: Bordi-schwarz-weiß-Denken lässt sich wohl mal wieder blicken!

Heute ist kein schöner Tag. Und ich heute kein Optimist. Am liebsten würde ich zu meinem Nachbarn gehen (da kommt so’n unfassbar süsser Geruch zu mir hoch) und mich derbe zukiffen. Alkohol wär auch ’ne Lösung. Aber ich entscheide mich lieber für den anderen Weg… HA! Ich wollte gerade paar Videos gucken, mich ablenken, und – krasse Action – mein Lieblings Youtuber Nikolaj postete soeben DAS. Dann geh‘ ich mal erwachsen werden…

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